Das Fraunhofer-Institut FOKUS stellt auf der CeBIT 2010 das Verfahren für elektronische Kfz-Zulassung vor.
In Berlin wurden die technischen Voraussetzungen geschaffen, zusammen mit den Zulassungsstellen- und dienstleistern, sowie einem Autohaus, die elektronische Kfz-Zulassung zu realisieren.
Start ist am 01. November 2010. Dann können aller Berliner Bürger den neuen Service nutzen, zunächst aber nur in den Autohäusern der Mercedes-Benz Niederlassung Berlin.
Mit Hilfe der eID-Funktion des neuen Personalausweises kann der Kunde die Zulassung des Fahrzeugs direkt in einem Autohaus über das Anmeldeportal beantragen und sich sicher elektronisch ausweisen. Dazu legt er seinen neuen Personalausweis auf ein spezielles Kartenlesegerät, bestätigt das Auslesen der erforderlichen Daten für den Zweck der Identifikation für die
Kfz-Zulassung auf dem Bildschirm und gibt seine 6-stellige PIN ein. Das spart Zeit und Wege: Identitäts- und Fahrzeugdaten werden über das Portal an die Zulassungsstelle übermittelt. Diese empfängt die Daten sicher verschlüsselt auf elektronischem Weg.
Das neue Kennzeichen wird dann von einem Zulassungsdienstleister gepresst. Darüber hinaus übernimmt der Dienstleister gegebenenfalls den Hol- und Bringservice für Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief.
Der Bedarf dafür ist hoch: rund 3 Millionen Pkw wurden im Jahr 2008 in Deutschland neu zugelassen und 6,96 Millionen Kraftfahrzeuge wechselten den Halter, so die Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes.
Kernstück des Services ist eine interoperable Lösung. Sie verknüpft die IT-Systeme der behördlichen Zulassungsdienstleister, des Zulassungsservices im Autohaus sowie der Kennzeichenpräger.
Zudem wurden der Bürger Client und die elektronische Identitäts- Funktion (eID) integriert, die beiden für die Zulassung relevanten Komponenten des neuen Personalausweises. Künftig können so alle Beteiligten kooperativ und transparent zusammenarbeiten. „Derzeit setzen die Akteure noch autarke, also eigenständige Systeme ein“,
erklärt Dr. Michael Tschichholz vom Fraunhofer FOKUS. „Die von uns vorgestellte eGovernment-Lösung verbindet diese heterogenen Systeme und passt den Kfz-Zulassungsprozess an die technologischen Möglichkeiten des neuen Personalausweises an.“
Als nächsten Schritt wollen die Experten von Fraunhofer FOKUS gemeinsam mit relevanten Partnern aus dem Geschäftsbereich eine flächendeckende elektronische Kfz-Zulassung im gesamten Bundesgebiet vorantreiben. Als Voraussetzung arbeiten die Forscher derzeit an der Definition eines Standards (xKfz), einem so genannten XML-Datenaustauschformat.
Quelle: Fraunhofer-Gesellschaft